Das schreibt die Presse über das Flex (gefunden in der Süddeutschen Zeitung Nr. 193, Ausgabe Samstag/Sonntag vom 23./24. August 2003, Seite 44 in der Rubrik 'Münchner Kultur'):
Frische Farben und Ideen locken die Nachtschwärmer ins Schlachthofviertel
"...'Die Farben, ja, das war wirklich eine schwierige Frage', sagt Olaf Böttcher und schaut sich im Flex um. Jahrelang dominierten im düsteren Kellerclub an der Ringseisstraße Schwarz und Rot. Doch wenn man jetzt die Stufen hinabsteigt, ist man fast geblendet. Ein frisches Orange-Gelb strahlt jetzt neben dem unvermeidlichen Schwarz von den Wänden - und verleiht dem Flex plötzlich einen erheblich helleren Charakter als bisher. Das dürfte für erfahrene Nachtschwärmer im Schlachthofviertel eine größere Sensation darstellen als die Neueröffnung des Garden und der 'Summer of Love' zusammen.
'Stimmt', sagt Böttcher grinsend, 'wir hatten einen Ruf als Münchens versifftester Punk-Schuppen zu verlieren'. Da wunderte es auch nicht so sehr, dass 'uns in diesem Frühjahr eine gründliche Renovierung von den Behörden nahegelegt worden ist'. Mancher Stammgast war nach der Wiedereröffnung am Freitag, dem 13. Juni, irritiert über die neuen Farben, den hellen Boden im hinteren Bereich, das leuchtende Logo an der Wand, die sanierten Toiletten und die neue Soundanlage. Doch Olaf Böttcher glaubt nicht, 'dass irgendjemand nach der Renovierung plötzlich nicht mehr kommt. Wir sind ja ohnehin kein Lokal mehr, in dem sich die Punkszene versammelt - das ist im Laufe der Jahre viel offener geworden.' Ganz verloren gegangen ist die altbekannte Atmosphäre sowieso nicht: jetzt scheppert es zwar nicht mehr so aus den Boxen, aber satter Punkrock bildet neben Gitarrenpop und Elektronik immer noch die Standard-Hintergrundbeschallung an den meisten Tagen.
Trotzdem hat sich das Flex erkennbar gewandelt - und jetzt soll es auch hier noch Kunstwerke zu sehen geben. Einen nicht für den Barbetrieb konzessionierten, an die 30 Quadratmeter großen Nebenraum will Böttcher zunehmend für Installationen, Skulpturen oder künstlerische Aktionen nutzen. Böttcher: 'Wer eine gute Idee hat, die hier reinpasst, soll sich bei mir melden.' Die Farben sind dabei übrigens ganz egal. Ob Grün, Gelb, Schwarz oder Orange - es wird ja ohnehin gerade sehr bunt hier im Schlachthofviertel."
Bericht von Jörg Schallenberg
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